5. September
Keine Last mehr
(Lies Matthäus 11,28-30)
Luisa seufzte, als sie ihre Rechtschreibliste durchlas. Sie wünschte, dass ihr
Vater noch zu Hause leben würde. Er hatte ihr immer beim Lernen geholfen.
»Luisa!« Mutters Stimme klang ärgerlich. »Dies ist das dritte Mal, dass ich
dich rufe.« Luisa hatte bemerkt, dass ihre Mutter nicht mehr so gedul-
dig war wie früher. Und sie sah immer so müde und traurig aus.
»Es tut mir leid«, sagte Luisa und nahm ihren Platz am
Tisch ein. »Ich bin nicht hungrig«, fügte sie mit zitternder
Stimme hinzu. »Ich mache mir Sorgen, wie wir es schaffen sollen,
solange du keine Arbeit hast. Und ich mache mir Sorgen, wie ich in der
Schule besser sein kann, damit du glücklicher bist. Und ich habe versucht,
meine Sachen aufzuräumen, damit du nicht schreien musst.« Tränen rollten Lui-
sas Wangen herunter. »Es quält mich, dass Vati nicht zurückkommt.«
Mutter seufzte: »Mich quält das auch«, gab sie zu und umarmte Luisa.
»Ist jemand daheim?«, unterbrach sie eine laute, fröhliche Stimme an der
Küchentür.
»Onkel John!«, rief Luisa aus. Dann zeigte sie auf seine Hand- und Fußgelenke:
»Warum trägst du so etwas?«
»Meine Gewichte?« Onkel John grinste. »Ich trage sie, wenn ich laufe. Das hilft
mir, Kraft für den Marathon aufzubauen«, erklärte er. »Aber du kannst sicher sein,
dass ich sie nicht beim Wettlauf trage!« Onkel John ging bald wieder, um sein Trai-
ning fortzusetzen. »Kopf hoch!«, sagte er auf seinem Weg nach draußen.
»Ich kann mir nicht vorstellen, mich mit solchen Gewichten zu belasten«, sagte
Luisa ihrer Mutter. »Laufen ist schon schwer genug.«
»Es sieht wirklich dumm aus«, erwiderte Mutter. »Aber ich glaube, wir tun das-
selbe - und wir tragen Gewichte beim eigentlichen Rennen.« Luisa hielt ihre Hand-
gelenke und ein Bein hoch, um zu zeigen, dass sie keine Gewichte trug. »Das ist
nicht das, was ich meine, Schätzchen«, sagte Mutter. »Unsere Gewichte befinden
sich in uns drinnen - Gewichte - wie ein Kopf voller Sorgen.«
Luisa seufzte: »Aber wir können unsere Gewichte doch nicht abnehmen«,
meinte sie, »sie stecken fest.«
»Unsere Gewichte können schon abgenommen werden«, sagte Mutter mit
neuer Hoffnung. »Die Bibel sagt uns, dass wir unsere Sorgen auf den Herrn wer-
fen sollen. Warum also haben wir so lange damit gewartet? Lass uns gleich jetzt
beten und wirklich darauf vertrauen, dass Gott sich um unsere Situation küm-
mert. Wenn wir es zulassen, dann trägt er unsere Lasten.«
Wie steht es mit dir?
Worüber sorgst du dich? Gibt es Familien- oder Schul-
probleme, die dein Herz schwer machen? Bitte Gott, deine
Lasten zu tragen (große oder kleine) und dich mit seiner
Lebenskraft zu füllen.
Gib Gott deine Probleme!
5. September
MERKE:
»..., indem ihre alle eure
Sorgen auf ihn werft; denn
er ist besorgt für euch.«
1. Petrus 5,7
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